Bedienen ist nicht besitzen
Die meisten Teams, die ich in Schulungen treffe, bedienen ihre Plattform. Aber sie besitzen sie nicht. Sie klicken durch eine Konsole, die einem Anbieter gehört, sie rollen aus, was ein Hersteller vorgibt, und wenn es brennt, rufen sie den Support.
Und in fast jedem Projekt sehe ich dasselbe Muster: Ein Problem taucht auf, und die Antwort ist ein neues Werkzeug. Noch ein Tool, noch eine Schicht, noch ein Hersteller. Dabei stehen die Werkzeuge längst da. Sie werden nur nicht so benutzt, wie sie gedacht sind, weil niemand die Zeit hatte, sie zu verstehen.
Diese Woche gibt es deshalb kein Tutorial, sondern das Video, das erklärt, warum es diesen Kanal gibt. Zwei Minuten, und es wird ab jetzt der Kanaltrailer sein:
Eine Plattform, die dir gehört, steht auf zwei Säulen: Verständnis und offene Lizenzen.
Verständnis heißt: wissen, was im Fehlerfall passiert, und es selbst reparieren können, ohne Hotline. Offene Lizenzen heißen: Das Verständnis nützt dir auch dann noch, wenn der Hersteller morgen die Lizenz ändert. HashiCorp hat das mit Terraform und Vault gemacht, Redis auch. Die Antwort der Community heißt OpenTofu, OpenBao und Valkey, und damit arbeite ich.
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Beide Säulen zusammen ergeben Souveränität, und die kann man messen: Mein eigener Server stirbt um 15:54, um 16:23 ist die komplette Plattform zurück, weil sie als Code existiert. Eine Plattform, die du wegwerfen kannst, gehört dir wirklich.
Lieber lesen als schauen? Die zwei Säulen stehen ausführlicher als Beitrag im Blog, mit Verweisen auf die Videos, in denen ich jede der beiden Säulen am echten Cluster vorführe.
Nächste Woche wird es wieder konkret: Das komplette Wegwerf-Cluster-Projekt geht als öffentliches Repository online, Apache-2.0-lizenziert. Leerer Ordner, git clone, und ein paar Minuten später antwortet ein gehärteter Cluster, den es vorher nicht gab.
Der Satz, der davon bleibt: Souveränität ist keine Forderung. Souveränität ist ein Repo.
Bis nächste Woche,
Christian